Da der Besitzer wie auch ich mit einem lebendigen Lebewesen zu tun haben, sind mir einige Sachen wichtig:

- Die Gesundheit des Menschen ist sein grösstes Gut. Wilde unerzogene Pferde können sehr gefährlich für alle beteiligten sein. Die Erziehung eines Pferdes, ausser es darf ein Wildpferd werden (dann aber mit allen Konsequenzen), fängt im Fohlenalter an. Bestimmte Abläufe müssen spielerisch und ohne Stress für das Tier immer wieder geübt werden. Schwierig wird es dann wenn die Pferde auf Jungtierweiden 1 Jahr oder länger weg sind. Im besten Fall kommen Sie gut erzogen zurück, oder haben tiereisch Angst sobald es an die Hufe geht. Leider habe ich auch schon Methoden der Pferdeerziehung erleben dürfen, die mir nicht zusagen. Bei einigen hätte ich als Pferd auch Angst und würde mich irgendwie dagegen wehren.
Bitte gebt euch mit den Tieren ab und übt die dem Pferd auferlegten Sachen des Pferdealtags! Die Arbeit mit scharfen Messern, Zangen, glühenden Eisen... gestaltet sich an einem braven Pferd einfacher. Die Erziehung ist Sache des Besitzers, von einem Hufschmied kann nicht erwartet werden das Pferd "Schmiedefromm" zu machen. Einige Sachen wird es evtl. zum ersten mal erleben und von daher auf ungewohntes anders reagieren, die Basics aber wie Hufe geben und einen vertrauten Umgang mit dem Menschen sollten sie schon drauf haben!

- Bearbeitungsintervalle passend für die Pferde einrichten. Das hängt immer von verschiedenen Faktoren ab (Hufwachstum, Barhuf, Beschlag, Krankheit, Abnutzung, Beschlagsart...) , so was aber wie 15 Wochen... gibts bei mir nicht. Im Normafall 6-9 Wochen, in seltenen Fällen bis 10 Wochen.

- Bei einem Erstbeschlag sind so viele Informationen wie möglich von Vorteil. Vorgeschichte des Tieres, Krankhafte Veränderungen, Probleme, Röntgenbilder...

- Ich möchte keine Babys beschlagen, ausser es geht um Korrektur. Am liebsten keine Eisen vor 4 jährig. Auch will ich nicht in Ställen arbeiten, wo die Pferde als Maschinen angesehen werden. Leider ist mir das auch schon so ins Gesicht gesagt worden.

- Saubere Arbeitsbedingungen wie: Ebenen SAUBEREN Beschlagsplatz, geputzte aber keine nassen Pferdebeine (das schlimmste ist, wenn alles so vor Schlamm trieft! Ihr geht auch nicht mit schlammigen Gummistiefeln zum Schuhe kaufen.), Strohm (nicht für Kunststoffbeschlag), bei Heissbeschlag muss der Beschlagsplatz trocken sein, keine gefährlichen Cowboyspielchen in der Box, ausreichend Licht, nach Möglichkeit einen Platz an dem in Ruhe gearbeitet werden kann.

- Meine Vierbeinigen Kunden sollen bei guter Gesundheit (nicht zwanghaft am Leben gehalten werden) sein und die Haltungsbedingungen sollten auch Ok sein.

- Bis zu einem gewissen Punkt versuche ich gerne alles was möglich ist. Wird es aber zu gefährlich oder schmerzhaft für Pferd/mich, sollte eine Lösung gefunden werden. Nasenbremse, Gerte, Strick... sind keine! Meistens hilft hier auch Übung, oder wenn es gar nicht anders geht, die Sedation durch den Tierarzt! In meiner ganzen Zeit hatte ich aber erst 2 Pferde dabei, die ich in der heutigen Zeit nicht betreuen würde. Die Zahl der "bösen" Pferde ist also wirklich gering!

- Mir ist schon auch klar, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, aber ich durfte, musste, darf und werde wahrscheinlich Sachen sehen, die mich als Hufschmied traurig stimmen. Schön ist dann wenn man dem Tier zu liebe etwas zum positiven ändern kann...

- Über einen Kaffee freu ich mich immer...